Klassenfahrt: Ablauf des Segeltörns

Wir fahren mit der PARAMITA und je nach Bedarf mit weiteren größeren Segelyachten oder Traditionsschiffen Auf diesen Schiffen bringen wir eine ganze Schulklasse unter.
Im Unterschied zu vielen Angeboten von Segelfahrten auf dem Ijsselmeer fallen bei uns durch die Aufteilung auf mehrere (kleinere) Schiffe wesentlich mehr seglerische Tätigkeiten für die Kinder und Jugendlichen an, während bei vielen Angeboten auf dem Ijsselmeer die Schiffe mehr oder weniger von der Stammcrew gefahren werden. D.h., die Schüler fahren bei uns die Schiffe, es gibt bei uns den ganzen Tag etwas zu tun: Segel setzen und bergen, Kurse bestimmen und korrigieren, Fahren der unterschiedlichsten Segelmanöver. Ganz nebenbei werden (bei Interesse) die Grundlagen des Segelns erlernt!

Dies hat natürlich seinen Preis: Das Fahren mit 2-5 Schiffen ist natürlich teurer als mit einem einzelnen größeren Schiff.

Der Komfort und die hygienischen Verhältnisse und das Raumangebot auf einer Yacht sind sehr eingeschränkt, einfacher Campingplatz-Standard. Platz ist sehr wenig vorhanden, es geht sehr beengt zu. Komfort kann keiner geboten werden, dafür aber viele unvergessliche Erlebnisse!

Alle Mahlzeiten werden von der Crew an Bord der Schiffe selber zubereitet.

 

 

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei den Klassenfahrten um eine Überzeugungs-Tat handelt, nicht um ein Dienstleistungsunternehmen. Fahrten dieser Art können wir nur deshalb in einem bezahlbaren Rahmen anbieten, weil ehemalige Schüler und Teilnehmer solcher Törns inzwischen ehrenamtlich als Skipper tätig sind und in ihrer Freizeit die Schiffe warten. Siehe dazu Zielsetzung der Paramita.

 

Die Anreise

erfolgt in der Regel mit einem Busunternehmen oder mit dem PKW. Bei der Organisation sind wir gerne behilflich.
Die Anfahrt durch öffentliche Verkehrsmittel ist kompliziert und zeitaufwendig.

 

Tagesablauf

Gegen Nachmittag Eintreffen auf dem Schiff, Kojenaufteilung, erste Besprechung mit Planung der Verpflegung, Einkauf der Lebensmittel, Sicherheitseinweisung und Erklärung der technischen Einrichtungen an Bord, gemeinsame Essenszubereitung, Übernachtung an Bord im Heimathafen.   
  Am nächsten Morgen Auslaufen. Der Tagesablauf richtet sich je nach Wind- und Wetterverhältnissen und gestaltet sich durch segeln, schwimmen oder diversen Verrichtungen auf dem Schiff.
Der Skipper bringt den Crewmitgliedern wichtige Aspekte des Segelns bei, die sowohl Theorie als auch die Praxis betreffen. Hierbei sind wichtige Lernfelder die Navigation, die allen geübt wird, wie auch die Wetterkunde, mit welcher man sich durch intensive Beobachtung der Wolken-, Luftdruck- und Temperaturverhältnisse vertraut machen kann. Gemeinsam üben und trainieren wir die wichtigsten Segelmanöver: Segel setzen, bergen, Wende, Halse, Fahren der verschiedenen Kurse am Wind.
Am Abend wird dann ein Ankerplatz in einer Bucht oder ein Liegeplatz in einem Hafen angelaufen. Nach dem Abendessen, das von der Crew an Bord gekocht wird, kann dann je nach Stimmung und Möglichkeit gemeinsam gesungen, Spiele gemacht, Geschichten erzählt oder auch ein Stadtgang gemacht werden.
In der Regel findet auch eine Versammlung statt, in der die wichtigsten Erlebnisse des Tages gesammelt und reflektiert werden.
 
  Bei Tagesbeginn bespricht der Skipper mit der gesamten Crew den bevorstehende Streckeabschnitt, wobei Unvorhersehbares, das durch die Wetterverhältnisse entstehen kann, immer mit einberechnet werden muss. Ideen und Anregungen der Crew können in die Planung mit einbezogen werden.
So werden etwa die Hälfte der Zeit dazu genutzt, die Küsteentlang zu segeln und bei schönen Plätzen, die Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln und Expeditionen mit dem Schlauchboot in Buchten bieten, auch mal längere Zeit zu halten.

Wenn die Umstände es zulassen, und es auch dem Wunsch der Crew entspricht, kann eine Nachtfahrt eingelegt werden. Diese stellt dann meist ein ganz besonderes Erlebnis dar, denn hier lernt man die völlig andere Stimmung bei Nacht und die anderen Orientierungs-möglichkeiten, wie an Sternen und Leuchtfeuern beim Segeln kennen. Oftmals ist dies ein Höhepunkt des gesamten Törns!

Durch die Ruhe, die beim Segeln entsteht, bekommen die Jugendlichen mehr Zeit, sich ganz auf die Natur und ihre Beobachtung einzulassen.

 
 

Allein durch die Umstände und die neuen Verhältnisse, die für die Crewmitglieder auf einem solchen Segeltörn entstehen, entwickeln sich ganz andere Lernfelder und Lernmöglichkeiten. Denn dadurch, dass die Crewmitglieder gezwungen sind, sich auf die realen Umstände und Gegebenheiten wie Wetter, Wind, und Wellengang einzulassen und dementsprechend zu handeln, entsteht eine durchaus authentische Begegnung mit der Welt.


Unterwegs bleibt ausreichend Zeit für Aktivitäten der unterschiedlichsten Art, die nicht unbedingt etwas mit Segeln zu tun haben müssen.
Auch die Gruppendynamik wird gestärkt indem die gesamte Crew durch die Arbeiten am Schiff und die Handhabung der Segel für das Schiff verantwortlich wird und z.B. beim Segelsetzen alle zusammen helfen müssen. Durch den relativ engen Lebensraum können auch viel engere und tiefere Begegnungen zwischen den einzelnen Crewmitgliedern entstehen.
Durch die Autorität des Skippers wird aber auch Disziplin geübt, denn die Dinge, die der Skipper anweist, sind von größter Wichtigkeit und ihnen kann nicht widersprochen werden, auf Lust oder Unlust des Einzelnen kann hier in der Regel keine Rücksicht genommen werden.

     

Es wird angestrebt, den Heimathafen am Abend vor dem Abfahrtstag anzulaufen, so dass am nächsten Tag nach dem Putzen und Aufräumen des Schiffes, nach Hause gefahren werden kann.